Jahreshauptversammlung: Grünes Licht für Fackelhalle

Die Brauchtumsfreunde stimmten nach einigem Ringen dafür: Der BSV 1849 Grevenbroich soll die Fackelbau-Halle in Noithausen für mehrere Jahre anmieten. Das soll helfen, die Leuchtkunst-Tradition zu wahren. Verbunden ist das aber mit einer kräftigen Beitragserhöhung.

Die Mitglieder des BSV Grevenbroich haben bei einer mehr als dreistündigen Versammlung am Freitag, dem 6. Februar dicke Bretter gesägt: Nach langer Debatte konnten sie sich im Rittersaal des Alten Schlosses zu wegweisenden Entscheidungen durchringen. Die wichtigste Nachricht: Die große Mehrheit der 155 stimmberechtigten Mitglieder votierte dafür, dass der BSV einen Fünf-Jahres-Vertrag zur Miete der Fackelbau-Halle an der Ringstraße in Noithausen abschließen soll, um den beliebten Fackelzug am Schützenfest-Samstag auch in den kommenden Jahren zu sichern.

Weiterhin kamen die Brauchtumsfreunde überein, dass die dadurch entstehenden Mehrkosten von aufgerundet 24.000 Euro jährlich nur gedeckt werden können, wenn die Mitgliedsbeiträge erhöht werden. Aktive Schützen, die 27 Jahre oder älter sind, sollen künftig 50 Prozent mehr zahlen – also 150 statt bisher 100 Euro pro Jahr. Auch das ist seit Freitagabend beschlossene Sache.

Ganz geräuschlos gingen diese Entscheidungen aber nicht über die Bühne. Einige Schützen brachten ihre Skepsis gegenüber der Hallen-Anmietung zum Ausdruck. Manche wiesen darauf hin, dass die Halle im Winter praktisch ungenutzt bliebe. Andere wollten wissen, ob die aufgerundeten 2000 Euro Miete pro Monat (Nebenkosten inklusive) gegenfinanziert werden können – zum Beispiel durch eine Untervermietung der Halle an Wohnmobilbesitzer oder andere Vereine. Aus Reihen der Brauchtumsfreunde wurde sogar angeregt, den Dienstagabend beim Schützenfest abzuschaffen, um die Kosten wieder reinzuholen.

Auch mit der Erhöhung des Mitgliedsbeitrags zeigten sich längst nicht alle einverstanden: Viele hätten sich eine Anpassung um „nur“ 35 Prozent gewünscht, eine Minderheit wäre gern beim bisherigen Jahresbeitrag von 100 Euro geblieben. Die letzte Erhöhung hatte es vor sechs Jahren gegeben.

Anmietung wohl einmalige Gelegenheit für den Fackelbau

Dass mancher Tagesordnungspunkt bei der Versammlung für Gesprächsstoff sorgen würde, hatte man schon im Vorfeld erwartet. Zur Halle erklärte der am selben Abend im Amt bestätigte BSV-Präsident Detlef Bley, dass es die einzige Location dieser Größe sei, auf die der Verein aktuell Zugriff habe. Sie biete auf rund 270 Quadratmetern Platz zum Bau von insgesamt sieben Großfackeln. „Aber das gibt es nicht zum Nulltarif“, sagte Bley. Er warb gemeinsam mit dem ebenfalls wiedergewählten BSV-Schatzmeister Michael Fräßdorf für die Anmietung der Halle und berichtete von guten Gesprächen mit dem Vermieter.

Die Halle in Noithausen ist einigen Fackelbauern bereits bekannt. Denn die Stadt, die aktuell noch Mieterin des Objekts ist, gestattet es den Schützen, zumindest einen großen Teil zu nutzen. Sie soll aber deutlich signalisiert haben, dass es Zeit für einen Mieter-Wechsel wird: Die Stadt will aussteigen. Von den meisten Schützen, insbesondere dem Team um den Fackelbaubeauftragten Willy Helfenstein, wurde die Gelegenheit zur Miete als vielleicht einmalige Chance erkannt. Präsident Bley betonte, dass man sich in den vergangenen Monaten intensiv umgehört habe, bezahlbare Hallen in der Größe aber rar seien – vor allem in Innenstadt-Nähe.

Vorstand bevorzugt vorerst Miete statt Kauf

Auf die Frage, ob nicht auch ein Neubau eine Option sein könnte, sagte Bley, dass er das momentan für unrealistisch hält. Eine Miete sei auch deshalb sinnvoll, weil man den Fackelbau erst einmal „auf feste Füße“ stellen müsse. Eine Umfrage unter den Schützen hatte jüngst zwar gezeigt, dass fast alle den Fackelzug am Samstagabend als wesentlichen Teil des Schützenfestes schätzen und wahren wollen. Gemessen an der Mitgliederzahl des BSV ist die Bereitschaft, sich im Fackelbau einzubringen, allerdings eher gering. Immerhin: Sieben „frische“ Züge sollen Interesse daran bekundet haben, in den Fackelbau einzusteigen. Letztlich will der BSV-Vorstand abwarten, wie sich die Tradition in den kommenden Jahren entwickelt. Deshalb vorerst die Miete für ein paar Jahre.

Schatzmeister Fräßdorf sprach diesbezüglich von einem „geringen Risiko“. Gleichwohl dämpfte er Erwartungen, nach denen die Mietkosten leicht gegenfinanziert werden könnten: Die Halle werde das ganze Jahr über gebraucht, auch als Lager für Material und bereits fertige Fackeln, so der Tenor. Der BSV möchte sich nämlich von einem Unterstand in Laach trennen, weil dort die Bedingungen für den Fackelbau eher ungünstig sind. Auch muss der Verein laut Bley jederzeit damit rechnen, ein anderes Lager an der Rheydter Straße kurzfristig auflösen zu müssen. Pro Kopf soll die Halle Mehrkosten von etwa 35 Euro pro Jahr verursachen, wie Bley sagte.

Neue Beiträge auch für junge Schützen und passive Mitglieder

Theoretisch wären die Mietkosten also mit einem Jahresbeitrag von 135 Euro zu stemmen gewesen, die Mehrheit der Schützen wollte aber – auch mit Blick auf explodierende Musikkosten – noch etwas Luft nach oben haben und keinesfalls die eiserne Finanzreserve des BSV aufs Spiel setzen. Gemäß Votum steigen die Beiträge im Einzelnen wie folgt: Aktive Schützen, die 27 Jahre oder älter sind, sollen nun 150 statt 100 Euro zahlen. Bei Unter-27-Jährigen steigt der Beitrag von bisher 60 auf 80 Euro. Gleiches gilt für Passiven Vereinsmitglieder. Die Preise verstehen sich inklusive Eintrittsbändchen. Bei den Edelkindern bleibt der Beitrag unverändert bei zehn Euro.

Der BSV Stadtmitte hatte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung Daten aus anderen Vereinen im Stadtgebiet erhoben. Demnach gibt es viele, die inzwischen von aktiven Mitgliedern Beiträge zwischen 120 und 150 Euro nehmen, manche gehen bis 155 Euro. Ein einzelner Verein ruft (mit großem Abstand zu allen anderen) gar einen Jahresbeitrag von 200 Euro auf.

Gastschützen ohne Anmeldung werden nicht geduldet

Eine weitere Zahl: Bei der Versammlung haben die Schützen mehrheitlich dafür gestimmt, dass der BSV künftig eine Schnuppermitgliedschaft für den Fest-Samstag und den -Sonntag zum Preis von 20 Euro anbieten soll. Der Hintergrund: Immer wieder erschleichen sich nicht angemeldete Gastschützen (teilweise komplette Züge) den Zutritt ins Zelt oder marschieren ohne Versicherungsschutz mit. Im vergangenen Jahr hatte es Bley zufolge Ärger am Rande des Fackelzugs gegeben, weil nicht angemeldete und angeheiterte Gastschützen nahe der Polizeiwache eine Hecke in Brand setzten. Der BSV will hier ab diesem Jahr klare Kante zeigen: Es soll verstärkte Kontrollen geben, auch im Zelt. Wer ohne Bändchen erwischt wird, fliegt raus.

Quelle: Christian Kandzorra / ngz-online.de | Foto: Jutta Wosnitza

Einladung zum 144. BSV-Pokalschießen

Auch dieses Jahr führt der BSV 1849 Grevenbroich mit dem mittlerweile 144. BSV-Pokalschießen eine Traditionsveranstaltung fort.
Mit der bewährten Kooperation von BSV und den Scheibenschützen Grevenbroich 1848 e.V. findet das Schießen am Samstag, den 21. März 2026 von 13.00 Uhr bis 20.00 Uhr auf dem Schießstand am „Alten Schloss“ statt, die Bewirtung übernehmen auch dieses Mal die Scheibenschützen.

Und doch wurde dieses Jahr weiter optimiert: Wie Schießmeister Thomas Gallus erläutert, haben sich die Scheibenschützen das Feedback der Schützen zu Herzen genommen und nach den letzten Änderungen aus dem Jahr 2019 weitere Anpassungen an der Veranstaltung vorgenommen, insbesondere um die Attraktivität für bisher nicht Teilnehmende Schützen / Züge zu steigern:

  • Die maximal mögliche Mannschaftsstärke wird von 7 auf 9 Schützen erhöht
  • Es gibt erstmals die Option, Mannschaften aus Zuggemeinschaften zu bilden.
  • Die Anmeldung zum Schießen erfolgt erstmals transparent über eine digitale Buchungsplattform
  • Mannschaften, die erstmals oder seit mindestens fünf Jahren nicht mehr teilgenommen haben, nehmen automatisch an einem Sonderwettbewerb teil.
  • Um mehr Schützen die Teilnahme zu ermöglichen, wurden die Schießzeiten bis 20.00 Uhr ausgeweitet.
  • Um die Aufenthaltsqualität zu steigern, gibt es ein Angebot eines Imbisses sowie ein verbessertes Ambiente sowie Internet mittels WLAN im Schießkeller.

Unverändert ist die Preisstaffelung: Die Meldegebühr pro Schütze beträgt weiterhin 5,– €; davon werden die Kosten des Schießens gedeckt sowie die Preisgelder für den ersten bis zum fünften Platz ausbezahlt. Die Preisgelder staffeln sich wie folgt:

Preisgelder 2026:

1. Platz: 120 € + Gravur auf dem Wanderpokal „1. Platz“
2. Platz: 80 € + Gravur auf dem Wanderpokal „2. Platz“
3. Platz: 60 € + Gravur auf dem Wanderpokal „3. Platz“
4. Platz: 50 €
5. Platz: 50 €

Auch das Preisschießen der Zugkönige findet dieses Jahr wieder statt. Beim Zugkönigsschießen gibt jeder Zugkönig eines Vereins einen Schuss auf eine Ehrenscheibe ab. Geschossen wird auf 25 m mit Kleinkaliber-Gewehr und offener Visierung. Die Teilnahme am Zugkönigsschießen ist kostenfrei.

Der Modus des Team-Wettbewerbs kurz erklärt: Die Mannschaftsstärke beträgt jetzt bis zu 9 Schützen, wobei 5 Schützen pro Mannschaft in die Wertung eingehen; Einzelschützen sind zugelassen. Es werden 5 Schuss Probe und 5 Schuss Wertung mit dem Kleinkaliber-Gewehr auf 25 m geschossen. Anmelden können sich die Züge des BSV Grevenbroich über die neue digitale Buchungsplattform – wir hoffen auf rege Teilnahme.

Bei weiteren Fragen zum Pokalschießen wenden Sie sich bitte an unseren Schießmeister, Thomas Gallus (gallus.thomas[at]web.de).

BSV Grevenbroich trauert um Peter Wingerath

Mit tiefer Trauer geben wir hiermit den Tod von Peter Wingerath bekannt.

Geboren und aufgewachsen in Grevenbroich, konnte er im Jahr 1980 – mit gerade 16 Jahren – dem Ruf des Brauchtums nicht widerstehen und gründete mit Mitschülern des heutigen Erasmus-Gymnasiums den Jägerzug „Allzeit breit“, dem er bis zu seinem Tod treu blieb.

Seine große Leidenschaft galt neben seiner Ehefrau Petra der Jagd. Als passionierter Jäger und Hundeführer war er stets gefragt und engagierte sich darüber hinaus als Jungjägerausbilder und Vorsitzender der Jagdkynologischen Landesvereinigung.

Als Rechtsanwalt war er mit Schwerpunkt im Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht, Miet-, Bau- und WEG-Recht tätig und führte viele Jahre seine Kanzlei an der Lindenstraße.

Seit 2018 war Peter Wingerath als Justitiar Mitglied des BSV-Vorstands. Hier erwarb er sich insbesondere im Zuge der Verlegung des Kirmesplatzes und der Satzungsänderung im Jahr 2023 große Verdienste.

Peter Wingerath verstarb am 10. Januar 2026 überraschend und unerwartet im Alter von 61 Jahren. Mit ihm verliert der Bürgerschützenverein Grevenbroich eine prägende und von allen geschätzte und respektierte Persönlichkeit, die unser Vereinsleben und die Brauchtumspflege mitgestaltet hat. Wir haben einen guten Freund verloren. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

BSV Grevenbroich trauert um Laddy Birbaum

Mit tiefer Trauer geben wir hiermit den Tod von Hans „Laddy“ Birbaum, Schützenkönig 1988/89, bekannt.

Hans Birbaum wurde in Grevenbroich geboren und wuchs zusammen mit drei Schwestern auf. Nach der Schulzeit arbeitete er bei Maschinenfabrik Buckau & Wolf, war aber danach lange Jahre als Hausmeister bei der Kreisverwaltung tätig. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Grevenbroich-Stadtmitte war er lange Jahre aktives Mitglied.

Seine große Liebe galt dem Fußball. Beim TuS Grevenbroich erlernte er in der Jugend das Fußballspielen, engagierte sich später auch neben dem Rasen als Trainer und Obmann und war unumstrittene Platzwart-Legende des Vereins.

Schützenkönigspaar 1988/89: Hans IV. und Erika Birbaum

Schützenkönigspaar 1988/89: Hans IV. und Erika Birbaum

Im Jahr 1957 heiratete er seine Erika, sie und die gesamte Familie verband eine große Leidenschaft für das Schützenwesen. Im Jahr 1954 trat „Laddy“ Birbaum der „Gesellschaft Wasserfreunde“ bei, wechselte dann zum Jägerzug „St. Florian“ bevor er beim Jägerzug „Erftjonge“ seine Schützenheimat fand.

Zum 40-jährigen Jubiläum des Zuges trat Hans Birbaum an und holte den Vogel mit dem dritten Schuss von der Stange und wurde nach Gerd Peters (1977) die zweite Majestät der Erftjonge. Er war über die Grenzen des BSV eine geachtete Persönlichkeit und bis heute der letzte „Stadtschützenkönig“.

Für seine Verdienste rund um den Verein und insbesondere für seinen unermüdlichen Einsatz rund um das Schützenbiwak wurde „Laddy“ im Jahr 2018 mit dem Oberstorden ausgezeichnet.

Hans „Laddy“ Birbaum verstarb am 18. Dezember 2025 und folgt damit seiner im Jahr 2012 verstorbenen Frau Erika. Mit ihm verlieren der Bürgerschützenverein Grevenbroich und der Königskreis des BSV Grevenbroich eine von allen geschätzte und respektierte Persönlichkeit, die unser Vereinsleben und die Brauchtumspflege bereichert hat. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

S.M. Wolfgang I. Brocker und Königin Meggi Leicht

Wolfgang I. Brocker und Meggi Leicht regieren die Stadtmitte

Standing Ovations und ein emotionales Liebesgeständnis: Der Abschied von Julian Flintz und Leonie Wilms rührte das ganze Festzelt. Im Anschluss wurden Wolfgang Brocker und Meggi Leicht feierlich in ihr Amt erhoben. Am Rande der Krönung gab es auch noch eine Überraschung.

Nach und nach füllte sich am Dienstagabend das Festzelt. Gekommen waren nicht nur die Schützen des BSV 1849 Grevenbroich, sondern auch die befreundeten Vereine aus dem gesamten Stadtgebiet, um das Finale des Schützenfestes würdig zu feiern. „Es ist jedes Jahr aufs Neue ein trauriger und ein freudiger Tag zugleich“, sagte Jan Wosnitza, Schriftführer des BSV. Er richtete seinen Blick auf das scheidende Königspaar, Julian Flintz und Leonie Wilms, die gemeinsam mit dem neuen Königspaar Wolfgang Brocker und Meggi Leicht und deren Hofstaat auf der Bühne saßen.

Für das scheidende Königspaar gab es viel Applaus und stehende Ovationen der Schützen. „Ihr habt unseren Verein im gesamten Stadtgebiet von Tag eins an bestens repräsentiert“, sagte Präsident Detlef Bley. Dass Julian Flintz als jüngster Schützenkönig in die BSV-Geschichte eingeht, durfte auch an diesem Abend nicht fehlen. „Schaut euch die beiden doch mal an, sie haben die königliche Grundausbildung mit Bravour absolviert“, resümierte der Präsident. „Ihr seid ein großer Gewinn für den BSV und werdet mir fehlen“, fügte er hinzu.

Seine Worte berührten. Das zeigte sich, als Flintz selbst ans Mikrofon trat. Nachdem er sich beim Vorstand, seinem Jägerzug „Sankt Sebastian“ und seiner Familie für das eindrucksvolle Jahr bedankte, flossen die ersten Tränen. „Es war eine sehr besondere Zeit“, so der scheidende König. Seine letzten Worte richtete er an Leonie: „Auch wenn es teilweise stressig war und wir uns manchmal uneinig waren, du warst immer an meiner Seite, ich liebe dich!“

Nachdem Julian Flintz seine Königsnadel angesteckt bekommen hat, ging es in den feierlichen Teil des Abends über. Emotional blieb es weiterhin: Wolfgang I. Brocker und Meggi Leicht wurden inthronisiert, Brocker trägt nun das Königssilber. Der neue Regent gelobte dem Regiment die Treue – und Königin Meggi ließ den König hochleben. Dafür gab es einmal mehr stehende Ovationen und kräftigen Applaus.

Mit dem 22. Schuss hatte der 52-jährige Wolfgang Brocker den Vogel im Juli von der Stange geholt. Im Schießwettbewerb konnte er sich unter anderem gegen seinen Zugkameraden Dominik Wegener durchsetzen, der nun mit seiner Frau Susanne Wegener das Königspaar als Adjutantenpaar unterstützen wird. Wegener war im Jahr 2015 Schützenkönig gewesen.

Wolfgang Brocker wurde 1972 in Grevenbroich geboren und schon lange im Brauchtum aktiv: Mit 17 Jahren gründete er die „Schlossstadt-Schützen“ mit, vor etwa einem Jahr fand er dann seine Heimat im Jägerzug „Waldeslust“. Der Zug feiert sein 40-jähriges Bestehen und stellt nun zum dritten Mal den König.

Meggi Leicht wurde von Präsident Detlef Bley als „Ur-Frimmersdorfer Mädchen“ vorgestellt, die wohl keine Sekunde gezögert habe, das Amt der Königin anzunehmen. Die neuen Royals seien „absolute Familienmenschen“: Sie haben insgesamt acht Enkel im Alter von sechs bis 30 Jahren, wovon so einige auch im Hofstaat vertreten sind.

Als nach der Krönung auch bei Wolfgang Brocker und Meggi Leicht Tränen flossen, reichte ihnen Julian Flintz Taschentücher. „Leonie und Julian, unsere Anerkennung gilt euch“, sagte der neue König in seiner Rede. „Auf uns wartet eine stressige Zeit, auf die wir uns sehr freuen“, so Brocker weiter.

Wolfgang Brocker und Meggi Leicht sind das neue BSV-Kronprinzenpaar

Als kräftige Salutschüsse aus der Kanone des Bürgerschützenvereins donnerten, machte die frohe Kunde in der Stadtmitte rasch die Runde: Auch im 176. Jahr seines Bestehens geht der BSV mit einem neuen Kronprinzenpaar an den Start. Mit dem 22. Schuss hat der 52-jährige Wolfgang Brocker vom Jägerzug „Waldeslust“ das hölzerne Federvieh beim Königsvogelschuss am Samstagabend von der Stange geholt. Im Schießwettbewerb konnte er sich gegen seine Zugkameraden Dominik Wegener und Frank Neuhaus durchsetzen.

BSV Grevenbroich trauert um Lothar Zimmermann

Mit tiefer Trauer geben wir hiermit den Tod unseres Ehrenvizepräsidenten Lothar Zimmermann bekannt.

Lothar Zimmermann wurde 1948 im thüringischen Jena geboren, jedoch verschlug es die Familie im Zuge der Kriegs- und Nachkriegswirren nach Grevenbroich-Allrath. Im Jahr 1978 wurde Lothar Zimmermann passives Mitglied des BSV Grevenbroich und war 1982 Mitbegründer des Marinezugs „Klabautermann“, dessen Schriftführer er viele Jahre lang war.

Nachdem er bereits im Jahr 2001 Schützenkönig in Allrath war, krönte er seine Schützenlaufbahn, indem er das Amt des Schützenkönigs in der Stadtmitte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Barbara Schmidt im Jahr 2003/2004 übernahm.

Über das Königsamt hinaus bekleidete Lothar Zimmermann von 2006 bis 2018 das Amt des BSV-Vizepräsidenten, welches er als nimmermüder „Außenminister“ auf besondere Weise mit Leben füllte. Hierfür wurde er vom Verein zum Ehrenvizepräsidenten ernannt.  Auch im Rahmen der Grevenbroicher Präsidentenrunde bekleidete er viele Jahre das Amt des Vizepräsidenten und wurde hierfür mit dem Titel des Ehrenvizepräsidenten ausgezeichnet.

Lothar Zimmermann verstarb im Alter von 76 Jahren plötzlich und unerwartet. Mit ihm verliert der BSV Grevenbroich und das gesamte Brauchtumswesen der Stadt eine prägende, von allen geschätzte und respektierte Persönlichkeit, die das Vereinsleben und die Brauchtumspflege weit über die Grenzen des Vereins hinaus mitgestaltet hat. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

143. Pokalschießen: Bernardus schlägt die Scheibenschützen

Seriensieger entthront: In einem spannenden Wettkampf entschied der Jägerzug „Sankt Bernardus 1995“ das diesjährige BSV-Pokalschießen erstmals für sich und verwies den Favoriten Jägerzug „Scheibenschützen“ mit zwei Ringen Differenz auf Platz zwei.

Schießstand 2024Für den Sieg in der Mannschaftswertung reichten dem Jägerzug „Sankt Bernardus 1995“ 228 Ringe, womit sie die Gastgeber und Titelverteidiger des Jägerzuges „Scheibenschützen“ mit 226 Ringen um zwei Punkte übertrafen und sich so den Pokal nebst Siegprämie sicherten. Danach wurde es knapp: Den dritten Platz errang das Team des BSV-Vorstands mit 220 Ringen, gefolgt vom Jägerzug „Löstige Jonge 2017“ mit 219 Ringen. Der fünfte Platz wurde durch das bessere Schussbild entschieden: Der Jägerzug „Noh’besch Jonge“ errang Platz 5 vor dem Jägerzug „St. Hubertus“ mit 216 Ringen.

Im Wettbewerb der Einzelschützen war ebenfalls ein Mitglied von Sankt Bernardus erfolgreich: Mit 48 von 50 Ringen sicherte sich  der BSV-Schriftführer Jan Wosnitza durch das beste Schussbild vor seinen Mitbewerbern den Titel des besten Schützen insgesamt, den Orden für den Besten Schützen unter 27 Jahren sicherte sich Cedric Kleinschmidt vom Jägerzug „Löstige Jonge“ mit 47 Ringen.

Den Sonderpreis für die Mannschaft welche nach mindestens fünf Jahren Wettebewerbs-Pause wieder antrat geht dieses Jahr an das Team vom Königszug „St. Sebastian“.

Die Ehrenscheibe vom Schießen der Zugkönige 2025.

Die Ehrenscheibe vom Schießen der Zugkönige 2025.

Ein wirklich ein knappes Rennen war es dieses Jahr zwischen dem ersten und zweiten Platz um die Ehrenscheibe beim Zugkönigsschiessen. Gerade mal 2 mm machten hier den Unterschied. Sieger wurde Mischa Koch vom Jägerzug „St. Sebastian“ der sich damit vor Dirk Holl vom Jägerzug „Met Freud‘ dabei“ durchsetzte. Zu allen diesen Erfolgen gratulieren wir sehr herzlich.

Insgesamt bedanken wir uns auch im Namen des Jägerzuges „Scheibenschützen“ bei 121 Teilnehmern am diesjährigen Pokalschießen. Es war eine gelungene Veranstaltung in den ehrwürdigen Räumen des Schießstands am Alten Schloss.

Die offizielle Liste des BSV-Pokalschießens mit den kompletten Ergebnissen aller teilnehmenden Schützen und Vereine können sie als PDF hier herunterladen.

Die Gewinner der Wettbewerbe werden wie immer im Rahmen des BSV-Königsvogelschusses am 5. Juli offiziell geehrt.

Schützenkönigspaar 2024/25: Julian I. Flintz und Leonie Wilms

Julian Flintz und Leonie Wilms regieren jetzt die Stadtmitte

Mit dem Krönungsball endete das Jubiläumsfest des BSV Grevenbroich am Dienstagabend. Mit Julian Flintz und Leonie Wilms wurde das jüngste Schützenkönigspaar der Vereinsgeschichte inthronisiert.

Voll besetzt war das Zelt, als mit dem Krönungsball das Jubiläumsfest zum 175-jährigen Bestehen des Bürgerschützenvereins ein würdiges Ende fand. Eingerahmt von Adjutanten und Hofdamen nahmen das scheidende Königspaar Rüdiger und Stefanie Schlott sowie deren Nachfolger Julian Flintz und Leonie Wilms die Gratulationen und stehenden Ovationen der Schützen entgegen.

Königin Stefanie trug ein apfelgrünes Kleid und hochgestecktes Haar, als Präsident Detlef Bley sie und König Rüdiger Schlott hochleben ließ: „Im Jubiläumsjahr seid ihr als würdige Repräsentanten des BSV überall mit offenen Armen empfangen worden“, resümierte Bley. Als besondere Belohnung erhielt Schlott vom Präsidenten eine rot-weiße Schärpe mit der Aufschrift „König im Ruhestand“.

Souverän verabschiedete sich der scheidende Regent vom Regiment, dankte für die herzliche Aufnahme und ganz besonders seiner Königin Stefanie, die als „kölsches Mädchen“ einen super Job gemacht habe. „Maat et joot“, wünschte Rüdiger Schlott dem neuen Königspaar – und genehmigte sich im Anschluss mit seinem Adjutanten Thomas Oberbach ein kühles Bier aus dem Stängchen.

Unten den Augen des Königszuges „Sankt Sebastian“ und ihrer Familien wurden Julian Flintz und Leonie Wilms gekrönt, das bislang jüngste Königspaar in der Geschichte des Bürgerschützenvereins. Der neue Regent gelobte dem Regiment die Treue – und Königin Leonie ließ mit lauter Stimme den König hochleben. Dem folgte der tosende Applaus der Schützen – und die Band „Novesia Live“ spielte passend „Oh, wie ist das schön“.

Julian Flintz wurde 1999 in Grevenbroich geboren. Beim Unternehmen Fockenrath erlernte er den Beruf des Anlagenmechanikers. Schon als erster Jung-König des BSV hatte er seine Pflichten vorbildlich erfüllt. In seiner Freizeit widmet sich König Julian dem Tambourkorps Orken, mit dem er zahlreiche Schützenfeste in der Umgebung besucht.

Leonie Wilms wurde 1999 in Gelsenkirchen geboren und ist begeistert vom Schützenwesen. Auf der Bühne trug sie ein glitzerndes taupefarbenes Kleid und nahm mit König Julian die Ovationen von Regiment und Gästen entgegen. Stellvertretend für Klaus Krützen, der als amtierender Neurather Schützenkönig zu Gast war, richtete Vizebürgermeister Peter Cremerius im Namen von Rat und Verwaltung wohlwollende Worte an die neuen Repräsentanten des Bürgerschützenvereins: „Rüdigers Fußstapfen sind groß. Gehe Deinen eigenen Weg“, forderte Cremerius den jungen Schützenkönig auf.

Text: Ursula Wolf-Reisdorfngz-online.de | Foto: J. Wosnitza

Vorstand und Vertreter der Stadt bei der Mitgliederversammlung im Bernardussaal.

Schützen votieren für Verlegung des Kirmesplatzes

Das Flutgrabenquartier zwischen dem Platz der Republik und der Spielspinne kann wie geplant umgestaltet und aufgewertet werden. Die Mitglieder des Bürgerschützenvereins Grevenbroich stimmten am Donnerstag Abend für die Verlagerung des Kirmesplatzes und ebneten damit den Weg für eine nachhaltige Quartiersentwicklung.

In den kommenden Jahren sollen im Flutgrabenviertel zentral gelegene Bildungsstätten, ufernahe Freizeiteinrichtungen und moderne Wohnungen entstehen. Diese Zukunftspläne wurden im Rahmen von Bürgerworkshops entwickelt und können nur mit einer Verlagerung des Schützenfestes auf die Flächen des ehemaligen Baubetriebshofs am Flutgraben realisiert werden. Bürgermeister Klaus Krützen hatte bereits 2023 betont, dass dieses Projekt nur mit der Zustimmung des BSV umgesetzt werden kann.

„Gemeinsam mit Vertretern des Bürgerschützenvereins haben wir in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, die notwendigen Details und Informationen zusammenzutragen, damit die Vereinsmitglieder eine fundierte Entscheidung treffen können. Die Zustimmung des BSV ist ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige Entwicklung des Flutgrabenquartiers“, so Krützen.

Etwa 120 BSV-Mitglieder haben am Donnerstag Abend im Bernardussaal bei nur neun Gegenstimmen für die Verlagerung des Fest- und Kirmesplatzes vom Platz der Republik auf das ehemalige Gelände des Bauhofs gestimmt. Zuvor standen Bürgermeister Krützen, Planungsdezernent Florian Herpel und weitere Verwaltungsmitarbeiter den Vereinsmitgliedern Rede und Antwort zum Projekt.

BSV-Präsident Detlef Bley bedankte sich anschließend bei den Schützen sowie den Vertretern der Stadt für die gemeinsame Beschlussfassung und die konstruktive Mitarbeit. Nun kann ein politischer Beschluss für das sogenannte Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Flutgrabenquartier herbeigeführt werden, sodass die Stadt im kommenden Herbst einen entsprechenden Förderantrag bei der Bezirksregierung einreichen kann.

Quelle: RP-Online.de