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Mitgliederversammlung inklusive Zugführerbesprechung

Offizielle Einladung zur Mitgliederversammlung

Offizielle Einladung zur Mitgliederversammlung

Das Schützenfest 2026 nähert sich bereits und so ist es ein fester Termin im BSV-Kalender, wenn Oberst Stefan Sürth die Chargierten des Regiments stets am letzten Mittwoch im Mai zur traditonellen Zugführerbesprechung lädt.

In der Vorbereitung des kommenden Schützenfestes wurden neue Ideen entwickelt, wie die Festabläufe optimiert werden könnten. Drei dieser Vorschläge wollen wir unseren Mitgliedern gerne vorstellen und zur Abstimmung bringen. Daher möchten wir unsere Mitglieder hiermit gemäß § 13 Abs. 2 unserer Satzung herzlich einladen zur

Mitgliederversammlung
inklusive Zugführerbesprechung

am Mittwoch, den 27. Mai 2026, ab 19.30 Uhr
in den Rittersaal des Alten Schlosses

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Informationen durch den Präsidenten
  3. Änderungen Festablauf
    • Verlegung des Einböllerns auf Freitag
    • Verlegung des Gottesdienstes auf Samstag
    • Wechsel zurück auf hölzerne Zeltstühle
  1. Regimentsbefehl
  2. Informationen Fackelbaubeauftragter
  3. Informationen Förderverein zum Biwak
  4. Auslosung Tischverteilung
  5. Verschiedenes / Grußwort S.M. Wolfgang I. Brocker

Hinweis: Die für diesen Termin ursprünglich vorgesehene Zugführerbesprechung findet nun quasi in „erweitertem“ Rahmen statt, sodass wir weiterhin um die Anwesenheit mindestens zweier Vertreter eines jeden Zuges für die traditionelle Auslosung der Tische im Zelt bitten.

Jahreshauptversammlung: Grünes Licht für Fackelhalle

Die Brauchtumsfreunde stimmten nach einigem Ringen dafür: Der BSV 1849 Grevenbroich soll die Fackelbau-Halle in Noithausen für mehrere Jahre anmieten. Das soll helfen, die Leuchtkunst-Tradition zu wahren. Verbunden ist das aber mit einer kräftigen Beitragserhöhung.

Die Mitglieder des BSV Grevenbroich haben bei einer mehr als dreistündigen Versammlung am Freitag, dem 6. Februar dicke Bretter gesägt: Nach langer Debatte konnten sie sich im Rittersaal des Alten Schlosses zu wegweisenden Entscheidungen durchringen. Die wichtigste Nachricht: Die große Mehrheit der 155 stimmberechtigten Mitglieder votierte dafür, dass der BSV einen Fünf-Jahres-Vertrag zur Miete der Fackelbau-Halle an der Ringstraße in Noithausen abschließen soll, um den beliebten Fackelzug am Schützenfest-Samstag auch in den kommenden Jahren zu sichern.

Weiterhin kamen die Brauchtumsfreunde überein, dass die dadurch entstehenden Mehrkosten von aufgerundet 24.000 Euro jährlich nur gedeckt werden können, wenn die Mitgliedsbeiträge erhöht werden. Aktive Schützen, die 27 Jahre oder älter sind, sollen künftig 50 Prozent mehr zahlen – also 150 statt bisher 100 Euro pro Jahr. Auch das ist seit Freitagabend beschlossene Sache.

Ganz geräuschlos gingen diese Entscheidungen aber nicht über die Bühne. Einige Schützen brachten ihre Skepsis gegenüber der Hallen-Anmietung zum Ausdruck. Manche wiesen darauf hin, dass die Halle im Winter praktisch ungenutzt bliebe. Andere wollten wissen, ob die aufgerundeten 2000 Euro Miete pro Monat (Nebenkosten inklusive) gegenfinanziert werden können – zum Beispiel durch eine Untervermietung der Halle an Wohnmobilbesitzer oder andere Vereine. Aus Reihen der Brauchtumsfreunde wurde sogar angeregt, den Dienstagabend beim Schützenfest abzuschaffen, um die Kosten wieder reinzuholen.

Auch mit der Erhöhung des Mitgliedsbeitrags zeigten sich längst nicht alle einverstanden: Viele hätten sich eine Anpassung um „nur“ 35 Prozent gewünscht, eine Minderheit wäre gern beim bisherigen Jahresbeitrag von 100 Euro geblieben. Die letzte Erhöhung hatte es vor sechs Jahren gegeben.

Anmietung wohl einmalige Gelegenheit für den Fackelbau

Dass mancher Tagesordnungspunkt bei der Versammlung für Gesprächsstoff sorgen würde, hatte man schon im Vorfeld erwartet. Zur Halle erklärte der am selben Abend im Amt bestätigte BSV-Präsident Detlef Bley, dass es die einzige Location dieser Größe sei, auf die der Verein aktuell Zugriff habe. Sie biete auf rund 270 Quadratmetern Platz zum Bau von insgesamt sieben Großfackeln. „Aber das gibt es nicht zum Nulltarif“, sagte Bley. Er warb gemeinsam mit dem ebenfalls wiedergewählten BSV-Schatzmeister Michael Fräßdorf für die Anmietung der Halle und berichtete von guten Gesprächen mit dem Vermieter.

Die Halle in Noithausen ist einigen Fackelbauern bereits bekannt. Denn die Stadt, die aktuell noch Mieterin des Objekts ist, gestattet es den Schützen, zumindest einen großen Teil zu nutzen. Sie soll aber deutlich signalisiert haben, dass es Zeit für einen Mieter-Wechsel wird: Die Stadt will aussteigen. Von den meisten Schützen, insbesondere dem Team um den Fackelbaubeauftragten Willy Helfenstein, wurde die Gelegenheit zur Miete als vielleicht einmalige Chance erkannt. Präsident Bley betonte, dass man sich in den vergangenen Monaten intensiv umgehört habe, bezahlbare Hallen in der Größe aber rar seien – vor allem in Innenstadt-Nähe.

Vorstand bevorzugt vorerst Miete statt Kauf

Auf die Frage, ob nicht auch ein Neubau eine Option sein könnte, sagte Bley, dass er das momentan für unrealistisch hält. Eine Miete sei auch deshalb sinnvoll, weil man den Fackelbau erst einmal „auf feste Füße“ stellen müsse. Eine Umfrage unter den Schützen hatte jüngst zwar gezeigt, dass fast alle den Fackelzug am Samstagabend als wesentlichen Teil des Schützenfestes schätzen und wahren wollen. Gemessen an der Mitgliederzahl des BSV ist die Bereitschaft, sich im Fackelbau einzubringen, allerdings eher gering. Immerhin: Sieben „frische“ Züge sollen Interesse daran bekundet haben, in den Fackelbau einzusteigen. Letztlich will der BSV-Vorstand abwarten, wie sich die Tradition in den kommenden Jahren entwickelt. Deshalb vorerst die Miete für ein paar Jahre.

Schatzmeister Fräßdorf sprach diesbezüglich von einem „geringen Risiko“. Gleichwohl dämpfte er Erwartungen, nach denen die Mietkosten leicht gegenfinanziert werden könnten: Die Halle werde das ganze Jahr über gebraucht, auch als Lager für Material und bereits fertige Fackeln, so der Tenor. Der BSV möchte sich nämlich von einem Unterstand in Laach trennen, weil dort die Bedingungen für den Fackelbau eher ungünstig sind. Auch muss der Verein laut Bley jederzeit damit rechnen, ein anderes Lager an der Rheydter Straße kurzfristig auflösen zu müssen. Pro Kopf soll die Halle Mehrkosten von etwa 35 Euro pro Jahr verursachen, wie Bley sagte.

Neue Beiträge auch für junge Schützen und passive Mitglieder

Theoretisch wären die Mietkosten also mit einem Jahresbeitrag von 135 Euro zu stemmen gewesen, die Mehrheit der Schützen wollte aber – auch mit Blick auf explodierende Musikkosten – noch etwas Luft nach oben haben und keinesfalls die eiserne Finanzreserve des BSV aufs Spiel setzen. Gemäß Votum steigen die Beiträge im Einzelnen wie folgt: Aktive Schützen, die 27 Jahre oder älter sind, sollen nun 150 statt 100 Euro zahlen. Bei Unter-27-Jährigen steigt der Beitrag von bisher 60 auf 80 Euro. Gleiches gilt für Passiven Vereinsmitglieder. Die Preise verstehen sich inklusive Eintrittsbändchen. Bei den Edelkindern bleibt der Beitrag unverändert bei zehn Euro.

Der BSV Stadtmitte hatte im Vorfeld der Jahreshauptversammlung Daten aus anderen Vereinen im Stadtgebiet erhoben. Demnach gibt es viele, die inzwischen von aktiven Mitgliedern Beiträge zwischen 120 und 150 Euro nehmen, manche gehen bis 155 Euro. Ein einzelner Verein ruft (mit großem Abstand zu allen anderen) gar einen Jahresbeitrag von 200 Euro auf.

Gastschützen ohne Anmeldung werden nicht geduldet

Eine weitere Zahl: Bei der Versammlung haben die Schützen mehrheitlich dafür gestimmt, dass der BSV künftig eine Schnuppermitgliedschaft für den Fest-Samstag und den -Sonntag zum Preis von 20 Euro anbieten soll. Der Hintergrund: Immer wieder erschleichen sich nicht angemeldete Gastschützen (teilweise komplette Züge) den Zutritt ins Zelt oder marschieren ohne Versicherungsschutz mit. Im vergangenen Jahr hatte es Bley zufolge Ärger am Rande des Fackelzugs gegeben, weil nicht angemeldete und angeheiterte Gastschützen nahe der Polizeiwache eine Hecke in Brand setzten. Der BSV will hier ab diesem Jahr klare Kante zeigen: Es soll verstärkte Kontrollen geben, auch im Zelt. Wer ohne Bändchen erwischt wird, fliegt raus.

Quelle: Christian Kandzorra / ngz-online.de | Foto: Jutta Wosnitza

S.M. Wolfgang I. Brocker und Königin Meggi Leicht

Wolfgang I. Brocker und Meggi Leicht regieren die Stadtmitte

Standing Ovations und ein emotionales Liebesgeständnis: Der Abschied von Julian Flintz und Leonie Wilms rührte das ganze Festzelt. Im Anschluss wurden Wolfgang Brocker und Meggi Leicht feierlich in ihr Amt erhoben. Am Rande der Krönung gab es auch noch eine Überraschung.

Nach und nach füllte sich am Dienstagabend das Festzelt. Gekommen waren nicht nur die Schützen des BSV 1849 Grevenbroich, sondern auch die befreundeten Vereine aus dem gesamten Stadtgebiet, um das Finale des Schützenfestes würdig zu feiern. „Es ist jedes Jahr aufs Neue ein trauriger und ein freudiger Tag zugleich“, sagte Jan Wosnitza, Schriftführer des BSV. Er richtete seinen Blick auf das scheidende Königspaar, Julian Flintz und Leonie Wilms, die gemeinsam mit dem neuen Königspaar Wolfgang Brocker und Meggi Leicht und deren Hofstaat auf der Bühne saßen.

Für das scheidende Königspaar gab es viel Applaus und stehende Ovationen der Schützen. „Ihr habt unseren Verein im gesamten Stadtgebiet von Tag eins an bestens repräsentiert“, sagte Präsident Detlef Bley. Dass Julian Flintz als jüngster Schützenkönig in die BSV-Geschichte eingeht, durfte auch an diesem Abend nicht fehlen. „Schaut euch die beiden doch mal an, sie haben die königliche Grundausbildung mit Bravour absolviert“, resümierte der Präsident. „Ihr seid ein großer Gewinn für den BSV und werdet mir fehlen“, fügte er hinzu.

Seine Worte berührten. Das zeigte sich, als Flintz selbst ans Mikrofon trat. Nachdem er sich beim Vorstand, seinem Jägerzug „Sankt Sebastian“ und seiner Familie für das eindrucksvolle Jahr bedankte, flossen die ersten Tränen. „Es war eine sehr besondere Zeit“, so der scheidende König. Seine letzten Worte richtete er an Leonie: „Auch wenn es teilweise stressig war und wir uns manchmal uneinig waren, du warst immer an meiner Seite, ich liebe dich!“

Nachdem Julian Flintz seine Königsnadel angesteckt bekommen hat, ging es in den feierlichen Teil des Abends über. Emotional blieb es weiterhin: Wolfgang I. Brocker und Meggi Leicht wurden inthronisiert, Brocker trägt nun das Königssilber. Der neue Regent gelobte dem Regiment die Treue – und Königin Meggi ließ den König hochleben. Dafür gab es einmal mehr stehende Ovationen und kräftigen Applaus.

Mit dem 22. Schuss hatte der 52-jährige Wolfgang Brocker den Vogel im Juli von der Stange geholt. Im Schießwettbewerb konnte er sich unter anderem gegen seinen Zugkameraden Dominik Wegener durchsetzen, der nun mit seiner Frau Susanne Wegener das Königspaar als Adjutantenpaar unterstützen wird. Wegener war im Jahr 2015 Schützenkönig gewesen.

Wolfgang Brocker wurde 1972 in Grevenbroich geboren und schon lange im Brauchtum aktiv: Mit 17 Jahren gründete er die „Schlossstadt-Schützen“ mit, vor etwa einem Jahr fand er dann seine Heimat im Jägerzug „Waldeslust“. Der Zug feiert sein 40-jähriges Bestehen und stellt nun zum dritten Mal den König.

Meggi Leicht wurde von Präsident Detlef Bley als „Ur-Frimmersdorfer Mädchen“ vorgestellt, die wohl keine Sekunde gezögert habe, das Amt der Königin anzunehmen. Die neuen Royals seien „absolute Familienmenschen“: Sie haben insgesamt acht Enkel im Alter von sechs bis 30 Jahren, wovon so einige auch im Hofstaat vertreten sind.

Als nach der Krönung auch bei Wolfgang Brocker und Meggi Leicht Tränen flossen, reichte ihnen Julian Flintz Taschentücher. „Leonie und Julian, unsere Anerkennung gilt euch“, sagte der neue König in seiner Rede. „Auf uns wartet eine stressige Zeit, auf die wir uns sehr freuen“, so Brocker weiter.

Schützenkönigspaar 2024/25: Julian I. Flintz und Leonie Wilms

Julian Flintz und Leonie Wilms regieren jetzt die Stadtmitte

Mit dem Krönungsball endete das Jubiläumsfest des BSV Grevenbroich am Dienstagabend. Mit Julian Flintz und Leonie Wilms wurde das jüngste Schützenkönigspaar der Vereinsgeschichte inthronisiert.

Voll besetzt war das Zelt, als mit dem Krönungsball das Jubiläumsfest zum 175-jährigen Bestehen des Bürgerschützenvereins ein würdiges Ende fand. Eingerahmt von Adjutanten und Hofdamen nahmen das scheidende Königspaar Rüdiger und Stefanie Schlott sowie deren Nachfolger Julian Flintz und Leonie Wilms die Gratulationen und stehenden Ovationen der Schützen entgegen.

Königin Stefanie trug ein apfelgrünes Kleid und hochgestecktes Haar, als Präsident Detlef Bley sie und König Rüdiger Schlott hochleben ließ: „Im Jubiläumsjahr seid ihr als würdige Repräsentanten des BSV überall mit offenen Armen empfangen worden“, resümierte Bley. Als besondere Belohnung erhielt Schlott vom Präsidenten eine rot-weiße Schärpe mit der Aufschrift „König im Ruhestand“.

Souverän verabschiedete sich der scheidende Regent vom Regiment, dankte für die herzliche Aufnahme und ganz besonders seiner Königin Stefanie, die als „kölsches Mädchen“ einen super Job gemacht habe. „Maat et joot“, wünschte Rüdiger Schlott dem neuen Königspaar – und genehmigte sich im Anschluss mit seinem Adjutanten Thomas Oberbach ein kühles Bier aus dem Stängchen.

Unten den Augen des Königszuges „Sankt Sebastian“ und ihrer Familien wurden Julian Flintz und Leonie Wilms gekrönt, das bislang jüngste Königspaar in der Geschichte des Bürgerschützenvereins. Der neue Regent gelobte dem Regiment die Treue – und Königin Leonie ließ mit lauter Stimme den König hochleben. Dem folgte der tosende Applaus der Schützen – und die Band „Novesia Live“ spielte passend „Oh, wie ist das schön“.

Julian Flintz wurde 1999 in Grevenbroich geboren. Beim Unternehmen Fockenrath erlernte er den Beruf des Anlagenmechanikers. Schon als erster Jung-König des BSV hatte er seine Pflichten vorbildlich erfüllt. In seiner Freizeit widmet sich König Julian dem Tambourkorps Orken, mit dem er zahlreiche Schützenfeste in der Umgebung besucht.

Leonie Wilms wurde 1999 in Gelsenkirchen geboren und ist begeistert vom Schützenwesen. Auf der Bühne trug sie ein glitzerndes taupefarbenes Kleid und nahm mit König Julian die Ovationen von Regiment und Gästen entgegen. Stellvertretend für Klaus Krützen, der als amtierender Neurather Schützenkönig zu Gast war, richtete Vizebürgermeister Peter Cremerius im Namen von Rat und Verwaltung wohlwollende Worte an die neuen Repräsentanten des Bürgerschützenvereins: „Rüdigers Fußstapfen sind groß. Gehe Deinen eigenen Weg“, forderte Cremerius den jungen Schützenkönig auf.

Text: Ursula Wolf-Reisdorfngz-online.de | Foto: J. Wosnitza

Das neue Grevenbroicher Königspaar S.M. Rüdiger I. und Stefanie Schlott.

Rüdiger und Stefanie Schlott regieren die Grevenbroicher Schützen

Mit der Krönung der neuen Majestäten endete das Schützenfest 2023 in Grevenbroich. Bevor die neuen Regenten übernahmen, verabschiedete sich das Regiment von Daniel und Carmen Tockhorn – und dabei wurden auch einige Tränen vergossen.

Die Krönung des neuen und die Verabschiedung des alten Königspaares ist immer der feierliche Schlusspunkt eines schönen Schützenfestes. So auch beim Schützenfest des Jahres 2023. Das dort Gesagte kann kurz und bündig so zusammengefasst werden: Der Bürgerschützenverein hatte mit Daniel und Carmen Tockhorn ein hervorragendes Königspaar. Und es bekommt mit Rüdiger und Stefanie Schlott wieder sehr vielversprechende Regenten.

Präsident Detlef Bley lobte das alte Königspaar recht überschwänglich: „Bei euch hat man jede Sekunde den Spaß, den ihr hattet, und die ganz große Emotion spüren können.“ Die spürte man am Dienstagabend übrigens auch noch einmal: „Was wäre ich ohne Dich?“, fragte Daniel Tockhorn seine Frau – und die bekam feuchte Augen und griff zu einem Taschentuch. „Ihr seid ein Spitzenregiment“, lobte der alte König. Und der Schlusssatz seiner Rede lautete so: „Die Tockies haben fertig.“ Dann standen Rüdiger und Stefanie für den Rest des Abends im Mittelpunkt. Sie bekamen die Insignien ihrer Regentschaft überreicht.

Detlef Bley beschrieb den neuen König, der Ende des Monats 59 Jahre alt wird, als eine Art Tausendsassa – einen, der sich in etlichen Berufen bewährt hat. Das neue Königspaar lebt in Köln. So ist zu erklären, dass Rüdiger Schlott zwölf Jahre lang Prinzenführer des Kölner Dreigestirns war. Und dass er zum Fan vom 1. FC Köln geworden ist. Schlott gehörte 1979 zu den jungen Männern, die den 1929 gegründeten Jägerzug „Jungschützen“ übernommen hatten. Dass im kommenden Jahr, zum 175-jährigen Bestehen des Bürgerschützenvereins, ein Mann aus diesem Zug Schützenkönig wird, ist so selbstverständlich nicht: Seit der Übernahme des Jägerzugs „Jungschützen“ im Jahr 1979 stellt dieser Zug jetzt zum ersten Mal den Schützenkönig.

König und Königin verbinden die Liebe zum Winterbrauchtum, zum Sommerbrauchtum und zur Reiterei. Rüdiger Schlott, der in Schützenkreisen Rudi genannt wird und der sich als Mann fürs Grobe und fürs Filigrane bewährt hat, ist sattelfest, war viele Jahre lang einer der Vorreiter. „Bezüglich eines Endes der Vorreiterei ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, gab Detlef Bley zu verstehen.

Als Königsoffizier hat sich Rüdiger Schlott seinen alten Weggefährten Thomas Oberbach ausgesucht. Der Adjutant, der als Rechtsanwalt arbeitet und mit seiner Frau Birgit auftreten wird, stammt zwar aus einer bekannten Grevenbroicher Dynastie, er lebt und arbeitet aber in Hamburg und dürfte nicht bei jedem Termin im Laufe der Regentschaft dabei sein. Sein Zugkamerad und Oberst Stefan Sürth gab dem frisch gekrönten Königspaar folgendes mit auf den Weg: „Macht was draus, wuppt das Ding.“

Text: Rudolf Barnholt / ngz-online.de

Das frisch gekrönte Königspaar Daniel I. und Carmen Tockhorn.

Daniel und Carmen Tockhorn regieren Grevenbroich

Zum Fest-Finale der Grevenbroicher Stadtmitte wurde das neue Schützenkönigspaar gekrönt. Zuvor galt es Abschied nehmen von den bisherigen Regenten Marco und Andrea Borgwardt. Es war ein emotional geladener Abend.

Emotionen spielten eine große Rolle beim Krönungsabend zum Abschluss des Grevenbroicher Schützenfestes. Sehr ergreifend war die Inthronisierung des neuen Königspaares Daniel und Carmen Tockhorn, die von den Schützen und ihren Gästen umjubelt wurden. Emotional war auch die Verabschiedung von Marco und Andrea Borgwardt, die wegen der Pandemie drei Jahre im Amt waren – und trotz der langen Zeit nie in ihrem Engagement nachließen.

Zuvor konnten sich die Borgwards über einen hervorragenden Fackelzug und einen glanzvollen Festzug mit exakt 1.538 Schützen und Musikern freuen, die den Regenten am Sonntag bei der Parade auf der Breite Straße die Ehre erwiesen – angeführt von Oberst Stefan Sürth und seinem neuen Adjutanten Christoph Hinz.

Dem scheidenden König stockte denn auch die Stimme, als er sich bei seiner Frau für ihre Unterstützung bedankte. „Du bist in drei Jahren über dich selbst hinausgewachsen – mehr Königin ging nicht“, sagte Marco Borgwardt zu seiner Andrea. Herzlich dankte er auch der „Erftgrafen-Familie“, dem Adjutantenpaar Christian und Tanja Vetten und nicht zuletzt dem Regiment für dessen „Welle der Euphorie“. BSV-Präsident Detlef Bley lobte: „Ich habt euch sozial engagiert, euch war nichts zu viel. Für die Stadt und den Bügerschützenverein seid ihr ein großer Gewinn.“

Die Schützen ließen das scheidende und das neue Königspaar hochleben und spendeten stehenden Applaus. Karin Tockhorn schaute als Mutter des Königs nach der Enkeltochter Isabel, die im Anschluss an die Krönung ihre Eltern ganz fest drückte. Vor 21 Jahren repräsentierten Norbert und Karin Tockhorn, die Eltern des amtierenden Königs, den Bürgerschützenverein Grevenbroich als Majestäten.

Vor zehn Jahren war Franz-Josef Esser Schützenkönig, der auf seinen Schützenbruder und Zugkameraden Daniel und seine Frau Carmen eine humorvolle Laudatio hielt. Der neue König wurde 1981 geboren, war Leiter der Messdiener in seiner Heimatgemeinde St. Stephanus Elsen und arbeitet bei Rewe Systems. In Grevenbroich gehört er dem Jägerzug St. Bernardus an, den er vier Mal als Zugkönig repräsentierte, zudem marschiert Daniel Tockhorn in den Reihen der „Orkener Boschte“.

Vor zehn Jahren – beim Vogelschuss in Grevenbroich – lernte er seine heutige Frau Carmen kennen. Die Königin wuchs in Neuenhausen auf, wo sie schon als Kind den Klompenzug begleitete. In der Südstadt-Pfarre St. Joseph war sie Gruppenleiterin im Jugendtreff GoT. In Orken wirkt sie bei der katholischen Frauengemeinschaft mit, das Winterbrauchtum pflegt sie im Gustorfer Karnevalsverein. Beruflich arbeitet Carmen Tockhorn als Pharmazeutisch-Technische Assistentin in einer Jüchener Apotheke.

Zum Abschluss des Krönungsabends gab es noch eine Auszeichnung: Bürgermeister Klaus Krützen verlieh Christoph Oberbach für dessen Verdienste um den Fackelbau den Orden der Stadt. Eintrittskarten für Schloss Dyck hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke als Präsent für das neue Grevenbroicher Königspaar dabei.

Quelle: ngz-online.de | Foto: J. Wosnitza

Nachruf Heinz Istas

BSV Grevenbroich trauert um Heinz Istas

Mit großer Trauer geben wir hiermit den Tod unseres Schützenbruders Heinz Istas bekannt.

Das Gründungsmitglied des Jägerzuges „Graf Kessel“ Heinz Istas ist am 15. Januar 2022 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstorben.

Heinz Istas war viele Jahrzehnte treibende Kraft im Jägerzug „Graf Kessel“. Auf seine „zündenden“ Ideen und seine Kreativität bei der technischen Planung und der teilweise schon filigranen Malerei beim Fackelbau konnte man sich immer verlassen.

Heinz hat sein Schützenblut quasi mit der Muttermilch eingesogen. Seine Eltern waren im Jahre 1956/57 das Schützenkönigspaar der Stadt Grevenbroich. Er selbst war mit seiner Frau Ingrid, die leider am 2. Weihnachtstag 2020 verstorben ist, sowohl bei Günter und Hannelore Siemons 1994/95 als auch bei Joachim und Angelika Schwedhelm (seiner Schwester) 2004/05 als Königsadjutantenpaar der wichtige Planer und Lenker im Hintergrund.

Für seine Verdienste wurde Heinz Istas zum Ehrenpräsidenten des Zuges ernannt. Er hätte gern in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum mit uns gefeiert, aber es war ihm leider nicht vergönnt. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Foto: Günter Rudolph

Das neue Kronprinzenpaar Daniel und Carmen Tockhorn mit Tochter Isabel

Daniel und Carmen Tockhorn sind das neue Kronprinzenpaar

Traditionstermin mal anders: Am ersten Septemberwochenende feierten die Grevenbroicher Schützen im eigenen Biergarten und im Fun-Park bei bestem Kirmeswetter. Das Triell um den Königsvogel entschied Daniel Tockhorn vom Jägerzug „Sankt Bernardus 1995“ für sich.

Die Grevenbroicher Bürgerschützen haben einen neuen Kronprinzen: Mit dem 36. Schuss holte Daniel Tockhorn nach einem spannenden Dreikampf mit seinen Kameraden aus dem Jägerzug „Sankt Bernardus 1995“ Bernd Pannes und Thomas Asma den Vogel von der Stange. Damit sicherte er sich den Titel des Kronprinzen des BSV Grevenbroich und wird – wenn es die Corona-Situation im nächsten Jahr zulässt – am 6. September 2022 zur großen Majestät Daniel I. Tockhorn gekrönt. Somit ist die Nachfolge des amtierenden Königspaares Marco I. und Andrea Borgwardt nach zwei Jahren Regentschaft geklärt.

Erste Gratulantin war aber seine Frau Carmen Tockhorn, bevor der designierte König die Kronprinzen-Schärpe von BSV-Präsident Detlef Bley umgehangen wurde. Im eigens errichteten Biergarten wurde anschließend noch mit zahlreichen Gästen weiter gefeiert. In dem umzäunten Areal spielte das Virus keine große Rolle, denn alle Gäste hatten zuvor belegen müssen ob die geimpft, genesen oder negativ auf eine Infektion getestet wurden. So wurde das Event zu einem großen Schritt in Richtung Rückkehr zur Normalität.

Bevor die drei Aspiranten auf den Königstitel allerdings den Schießstand betraten, hatten dort die übrigen Schützen des Vereins die Möglichkeit sich beim Pfänderschießen einen der vier begehrten Orden zu sichern. Den Kopf sicherte sich Christian Wolfensberger (Grenadierzug Semper Premium), der Linke Flügel ging an Niklas Kallweit (Jägerzug Sängerkreis), den rechten Flügel errang Christoph Hinz (Jägerzug Met Freud dabei), der Schweif ging an Jürgen Tillmann (Jägerzug Jungschützen).

Den großen Auftritt des Abends hatte aber der neue Titelträger Daniel Tockhorn: Der 40-Jährige tritt mit dem Titelgewinn quasi in die Fußstapfen seines Vaters Norbert, der im Jahr 2000/2001 gemeinsam mit seiner Frau Karin Schützenkönig des Vereins war. Tockhorn trat 1990 den Edelknaben bei, bevor er 1995 Gründungsmitglied des Jägerzuges „Sankt Bernardus“ wurde, bei dem er seitdem die Funktion des Spießes bekleidet.

Bereits als junger Schütze hatte er den Traum, einmal „großer König“ von Grevenbroich zu werden – und diesen hat er nun gemeinsam mit seiner Ehefrau Carmen und ihrer kleinen Tochter Isabel verwirklicht. War der Titel ursprünglich aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums seines Zuges geplant, so findet das Königsjahr nun 20 Jahre nach der Regentschaft seiner Eltern statt.

Gemeinsam mit seinem Adjutanten Bernd Pannes und Adjutantin Daniela Hoffacker-Esser freuen sich nicht nur die „Bernardiner“ auf die kommende Zeit, sondern auch der Jägerzug „Orkener Boschte“, in dem die designierte Majestät ebenfalls aktiv ist. „Vieles fühlt sich noch unwirklich an“, sagte der Kronprinz am Abend, „aber die Hoffnung ist groß, dass wir 2022 wieder normal feiern können“.

Gefallenenehrung 2020: Das Video

Ein unverzichtbarer Punkt beim Grevenbroicher Schützenfest ist die Toten- und Gefallenenehrung am Denkmal. Dieses Jahr fand sie unter Corona-Bedingungen ohne Musik und somit ohne den Großen Zapfenstreich statt, jedoch mit Ehrung und dem „Alten Kameraden“. Wir wünschen ein paar besinnliche Momente beim Genuss dieses Mitschnitts.

Festgottesdienst 2020: Das Video

Traditionell begeht der Bürgerschützenverein 1849 Grevenbroich e.V. am Kirmessonntag um 9.00 Uhr seinen ökumenischen Festgottesdienst. Dieses Jahr wurde er, konform mit den Corona-Auflagen, vor einem ausgewählten Publikum abgehalten und gleichzeitig aufgenommen.

Hiermit präsentieren wir Ihnen diesen Mitschnitt und wünschen allen Grevenbroicher Bürgern und Bürgerinnen einen besinnlichen Moment und Gottes Segen.